Der richtige Kindersitz – oder würden Sie Ihr Kind aus dem 3. Stock werfen?

KindersitzDa ich mich privat im Moment stark mit dem Thema Kindersitz beschäftige, habe ich mich dazu entschlossen, einen Blog darüber zu schreiben.

 

 

Was so einfach damit begann „Komm, lass und einen Kindersitz kaufen“ entwickelte sich zu einer mehrwöchigen Information bezüglich Kindersitzsysteme im Auto.

Reichhaltige Informationen zu den verschiedenen Kindersitzsystemen, Tipps zur Kaufentscheidung, gesetzliche Rahmenbedingungen, Gegebenheiten im Fahrzeug und spezielle Situationen im Fahrzeug liefert der Kindersitzberater vom ADAC.

Bei weiterem Stöbern nach Erfahrungen und Ratschlägen zu den verschiedenen Kindersitzen, stoß ich dann auf die Seite www.reboard-kindersitze.info. Was man hier erfährt ist beachtlich:

Wenn Ihr Kind aus dem dritten Stock stürzen würde…

…entspräche die Belastung einem Frontalaufprall in einem vorwärtsgerichteten Kindersitz bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h.

Vorwärtsgerichtet oder rückwärtsgerichtet?

Bis dahin dachte ich, dass Kindersitze (ausgenommen Babyschalen bei Kleinkindern) ausschließlich in Fahrtrichtung verbaut sind. Doch nur weil es bei uns so üblich und ab 9 kg Körpergewicht gesetzlich erlaubt ist, muss es ja nicht unbedingt richtig sein.  Obwohl auch nicht gesetzlich vorgeschrieben, fahren 90 Prozent aller schwedischen Kinder bis zu einem Alter von vier Jahren in sogenannten Reboard-Sitzen. In den letzten 40 Jahren starb in Schweden nicht ein Kind in einem Reboard-Kindersitz. In Deutschland hingegen fällt eine starke Zunahme schwer verletzter bzw. getöteter Kleinkinder mit dem Wechsel von der rückwärtsmontierten Babyschale in den in Fahrtrichtung montierten Kindersitz auf. Für Mitte 2013 war in Deutschland eine entsprechende Gesetzesänderung geplant, welche bis jetzt aber leider noch nicht verwirklicht wurde. Die Gefahr wurde also auch in Deutschland bereits erkannt.

Wie gefährlich sind vorwärtsgerichtete Kindersitze für Kleinkinder bis 4 Jahre wirklich und warum?

25% aller „Vorwärtsfahrer“ tragen bei einem Frontunfall schwere Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen davon – oder sterben sogar. Das liegt daran, dass der Kopf eines Kleinkindes ca. ein Viertel seines Körpergewichtes hat. Bei einem Frontalcrash, wird der Kopf des Kindes mit enormer Wucht nach vorne geschleudert, während die Schultern von den Gurten zurückgehalten werden. Dabei entsteht eine Streckkraft von bis zu 300 kg auf die Nackenmuskulatur, welche schwerwiegende Folgen wie Rückenmarksverletzungen, Querschnittslähmungen oder Tod zur Folge haben kann.

Warum ist die Rede immer nur von einem Frontalcrash?

59% aller Unfälle mit schwerem bzw. tödlichem Ausgang resultieren aus Frontalzusammenstößen. Wesentlich geringere 2% sind es bei Heckschäden. Die restlichen 39% teilen sich auf Seitenschäden links und rechts auf.

Das bedeutet: Bei lediglich 2% wäre ein in Fahrtrichtung ausgerichteter Sitz besser als ein Reboarder.

Sie haben die Sicherheit Ihres Kindes in der Hand!

 

Weitere nützliche Informationen und ein Forum zum Austausch unter Eltern finden Sie unter www.reboard-kindersitze.info.

Und hier noch ein Video zum Nachdenken

 

 

 

 

 

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