Warum die Klimaanlage warten?

Klimaanlage wartenIm zweiten Teil unserer Serie zur Klimaanlage klären wir, warum man eine Klimaanlage warten muss!

Wie wir im ersten Teil erfahren haben, befindet sich Kältemittel im Kreislauf. Je nach PKW sind das zwischen 400 Gramm bis 2000 Gramm. Dieses Kältemittel steht ähnlich wie eine Spraydose immer unter Druck, auch wenn die Klimaanlage gar nicht eingeschaltet wird.
Während bei einem Kühlschrank im Haus alle Bauteile miteinander gasdicht verlötet sind, werden beim Fahrzeugbau die einzelnen Komponenten verschraubt. Dies ist nötig, damit man nach einem Unfall schnell einzelne Bauteile austauschen kann. Die Verbindungen werden mit Gummidichtringen abgedichtet. Außerdem benötigt man im Auto flexible Schläuche, um dem am sich bewegenden Motor sitzenden Kompressor mit den restlichen Bauteilen der Klimaanlage an der Karosserie zu verbinden.

Bis zu 10% verliert eine Klimaanlage jährlich!

So wie auch ein Reifen von Zeit zu Zeit Luft verliert, geht auch über die Klimaschläuche Kältemittel verloren. Auch jede Verbindungsstelle weist geringe Undichtigkeiten auf. Dadurch kommt es zu einem jährlichen Verlust von bis zu 10% – auch wenn die Klimaanlage gar nicht eingeschaltet wird.
Neben dem Kältemittel befindet sich noch Schmieröl für den Kompressor (Verdichter) in der Klimaanlage. Da ein Klimakompressor nicht viel anders ist als ein Hubkolbenmotor, muss dieser ständig geschmiert werden. Hier gibt es keine Ölwanne wie bei einem Verbrennungsmotor, sondern das Öl zirkuliert mit dem Kältemittel im Kreislauf und schmiert somit auch den Klimaverdichter. Ähnlich wie Bremsflüssigkeit hat das Klimakompressorenöl die negative Eigenschaft, hygroskopisch zu sein. Dies bedeutet, dass es sehr stark feuchtigkeitsanziehend ist und durch die Gummischläuche Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft in den Kreislauf zieht. Daher ist auch ein Trockner in der Klimaanlage verbaut.

 

Der Kraftstoffverbrauch steigt!

Befindet sich nun zu wenig Kältemittel im System, kann der Kompressor nicht genügend Druck erzeugen. Die Klimaanlage arbeitet aber bei geringerem Druck nicht so effizient und kann den Innenraum nicht so schnell kühlen. Hinzu kommt, dass der Kompressor viel länger laufen muss,um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das schlägt sich negativ auf den Kraftstoffverbrauch nieder. (Tipps zum Kraftstoffsparen) Ist zu wenig Kältemittel im System, kann auch das Öl zur Schmierung des Kompressors nicht mehr so gut transportiert werden und dies kann zu einem teuren Kompressorschaden führen.

 

Darum: Klimaanlage warten!

Aus diesen Gründen sollte alle 2 Jahre eine Klimaanlagenwartung durchgeführt werden. Hierbei wird das Kältemittel abgesaugt, gereinigt und wieder in der richtigen Menge aufgefüllt. Das Kompressorenöl wird aus dem Kältemittel abgelassen, entsorgt und erneuert. Sobald das System wieder gefüllt ist, findet eine Druckprüfung statt und die Austrittstemperatur an den Luftausströmern wird gemessen.
Außerdem sollte auch von Zeit zu Zeit (spätestens sobald das System für eine Reparatur geöffnet wurde) der Trockner ersetzt werden, da dieser nur eine begrenzte Speicherfähigkeit besitzt.

 

FAZIT:

Bei der Klimaanlagenwartung wird also der Füllstand des Kältemittels kontrolliert, das abgesaugte Kompressorenöl erneuert und die Drücke und Temperaturen geprüft.

Was bei einer Klimaanlagendesinfektion gemacht wird, erfahren Sie im nächsten Teil unserer Serie zur Klimaanlage im Auto.